LÖSUNGEN ► Mobilität
Kostenloser ÖV
hinzugefügt von tz am 11.03.2012 um 19:21
Seit vielen Jahren beschweren sich GrazerInnen und EU über Feinstaub in Graz. ExpertInnen sind der Meinung, dass ca. 50% des Feinstaubs im Verkehr entsteht. Wir brauchen eine kreative, mehrheitsfähige Lösung:

Öffi-Tickets für AutofahrerInnen: Wer ALLEIN in einem C02-erzeugenden Fahrzeug in Graz fährt, muss eine gültige Öffi-Fahrkarte dabei haben. Die Preise werden dementsprechend reduziert: 1 Stunde = 1 Euro, 1 Jahr = 150 Euro. Die Karten werden wie üblich am Jakominiplatz, per Handy usw. verkauft. Die Kontrolle erfolgt z.B. bei Ampeln und die Geldstrafen sind gleich wie derzeit in den Öffis. Das heißt: keine neue Infrastruktur ist nötig. Das dahinter stehende Prinzip: Gleichzeitig werden Autofahren teurer und Öffis billiger. Das zu erwartende Ergebnis: Viele AutofahrerInnen steigen auf Bus, Bahn und Bim um. Car sharing nimmt zu. Mit den neuen finanziellen Mittelnwerden die Öffi-Strecken verlängert und die Fahrpläne verdichtet, was wiederum mehr Menschen zum Umsteigen motiviert. Andere Städte setzen die gleiche Idee um. Gleichzeitig werden drei Probleme gelöst: Feinstaub, CO2 und Stau.

Das wäre aber nur der erste Schritt. Langfristig sollte und könnte der öffentliche Verkehr kostenlos sein! Denn:

Verteilte man die Gesamtkosten des Grazer öffentlichen Verkehrs auf alle SteuerzahlerInnen, würde jede Person 1 bis 2 Euro/Tag/Person zahlen. Finanzierte man die Öffis zu 100% (wie etwa die Straßen und Fußwege, dafür zahlt man auch nichts), würden fast alle BürgerInnen davon profitieren:

Die Öffis wären häufiger und schneller, weil mehr Leute damit fahren würden. Der Netz würde sich ausweiten.
Es gäbe weniger Privatverkehr und Stau. Auch Autofahren ginge schneller. Das heißt bessere Mobilität für alle.
Die Luft wäre sauberer und unserer Beitrag zur Erderwärmung wäre weniger. Das heißt mehr Nachhaltigkeit und Lebensqualität - sowohl örtlich wie auch global.
Wer zahlt? Nach dem Benutzer-zahlt-Prinzip sollen die AutofahrerInnen die Öffis mitfinanzieren, weil sie von der Staureduktion durch die Öffis profitieren. Das gleiche gilt für Fußgänger- und RadfahrerInnen, die von der sauberen Luft profitieren.

Wie sammelt man die nötigen Finanzen? Wenn es im ganzen Land Gratis-Öffis geben soll (und dafür spricht schon einiges), könnten sie aus dem nationalen Budget finanziert werden, d.h. indirekt über Steuern. Dafür brauchen wir dringend neue Reichensteuern (inkl. Erbschaftsteuern). Dass unsere reichen MitbürgerInnen immer reicher werden und nicht dementsprechend zur Staatskasse beitragen, ist bekannt und wird seit Jahren in den Medien diskutiert. Die Finanzierung von Gratis-Öffis könnte auch auf Gemeindeebene eingeschränkt werden und man könnte direkt bei der Gemeinde einen Beitrag einheben (ähnlich wie der Müllbeitrag).

(siehe auch http://www.uni-graz.at/~parncutt/feinstaub.html)
Potential zur Emissionsreduktion: keine Angabe
Einschätzung der Kosten: keine Angabe
Finanzierungsplan: keine Angabe
Status: in Entwicklung

beim GratisÖV lese ich immer wieder Kritik, dass dann der ÖV-Verkehr nicht mehr wertgeschätzt wird bzw. Autofahrer nicht unbedingt auf billigere Öffis anspringen (vcö, regionale schienen...)

mit dem Konzept, dass das Autofahren gleichzeitig unrentabel und unattraktiv ist, finde ich sehr interessant...


so etwas wie den Südtirolpass finde ich interessant:
https://www.sii.bz.it/de/unsere-tarife
21.03.2012 um 15:03davest