ÜBER DAS PROJEKT
Die Universität als Vorreiter im Klimaschutz
Wie kann die Universität Graz ihre Treibhausgas-Emissionen reduzieren? Diese Frage soll das Projekt "Klimaneutrale Universität Graz" klären. Erstes Ziel ist es, gemeinsam mit allen Stakeholdern einen Katalog mit möglichen Klimaschutz-Maßnahmen zu erarbeiten.
Warum die Universität Graz klimaneutral werden will
Kohlendioxid, das bei der Verbrennung von Kohle, Öl und Gas freigesetzt wird, führt zu einem Temperaturanstieg in der Atmosphäre. Überschreitet diese Erwärmung bestimmte Schwellenwerte, würde sich das globale Klimasystem destabilisieren und somit die Lebensbedingungen unserer Kinder und Kindeskinder massiv verschlechtern.

Die Universität Graz will ein solches Szenario verhindern. Als öffentliche Bildungseinrichtung ist sie sich ihrer hohen gesellschaftlichen Verantwortung bewusst. Schon heute verfügt die Menschheit über Technologien, die eine Energiegewinnung ganz ohne den Einsatz fossiler Brennstoffe ermöglichen. Viele davon sind nicht nur umweltverträglicher, sondern reduzieren auch die enorme Abhängigkeit von Importen. Und auch preislich sind die meisten Erneuerbaren mittlerweile konkurrenzfähig.

Aber auch für die Universität Graz selbst ergeben sich durch die Emissions-Reduktion große Vorteile: In erster Linie werden die Energiekosten mittelfristig sinken, sodass dann mehr Geld für Forschung und Lehre zur Verfügung stehen könnte. Der Titel „Klimaneutrale Universität“ passt aber auch ganz hervorragend ins Leitbild einer zukunftsorientierten, mit Weitblick agierenden, weltoffenen Hochschule und stellt einen wichtigen Baustein für eine „Nachhaltige Universität“ dar.

Aufgrund dessen hat die Universität Graz daher bereits in den letzten Jahren eine Reihe von Maßnahmen gesetzt, um den Energieverbrauch (und somit auch die Treibhausgas-Emissionen) zu reduzieren.

Bisherige Klimaschutz-Maßnahmen an der Universität Graz
2004: Bildung der Task Force „Nachhaltige Universität Graz“
2004: Umstellung der Arbeitsplatzbeleuchtungen auf elektr. Vorschaltgeräte
2004: zwei Wartehäuschen an der Haltestelle „Universität“
2005: erstmalige Teilnahme am Projekt „Ökoprofit“
2005: Umstellung auf Strom aus 100% Wasserkraft
2005: Stillegung der Warmwasseraufbereitung mittels Untertischboiler
2005: Errichtung zweier überdachter Fahrradständer bei der Bibliothek
2005: Energieregulierung in Gängen durch Zeitsteuerung
2006: Einrichtung von Fahrrad-Reparaturstationen am Campus
2007: Einrichtung von acht Fahrradleihstationen für MitarbeiterInnen
2007: Fenstersanierung: Universitätsplatz 2, 3 und 5
2007: Nutzung von Brunnenwasser zur Gerätekühlung: Universitätsplatz 5
2008: Inbetriebnahme der Solaranlage am USZ Rosenhain
2008: Verbesserung der Energiestandards für PCs und sonstige Bürogeräte
2008: Fenstersanierung: Harrachg. 34, Mozartg. 3 und 8, Elisabethstr. 27
2009: Richtlinie zur umweltfreundlichen Beschaffung von Leistungen
2009: Generalsanierung: Universitätsplatz 5, Mozartgasse 14
2010: Abschaltung der Warmwasserzufuhr auf öffentlichen Toiletten
2010: Errichtung einer Stromtankstelle am Campus
2010: Energiewettbewerb an der Uni Graz
2010: Einführung Energiemanagement: Zähler monatl. abgelesen/ausgewertet
2011: automatische Lichtsteuerung durch Präsenzmelder im „Heizhaus“
2011: Tageslichtsteuerung in den Gängen (Universitätsplatz 3)
2011: Erstellung einer Energielandkarte von den Universitätsgebäuden
2011: Beginn des Projekts „Klimaneutrale Universität Graz“

Das Projekt „Klimaneutrale Universität Graz“
Im Jänner 2011 wurde schließlich offiziell das Projekt „Klimaneutrale Universität Graz“ gestartet. Bei einem Treffen von Führungskräften der Universität wurde beschlossen, einen abteilungs- und institutsübergreifenden Klimaschutz-Prozess zu starten, der auf einer breiten Einbindung aller MitarbeiterInnen und Studierenden basiert und das mittelfristige Ziel verfolgt, die Treibhausgas-Emissionen der Universität auf Null zu bringen. Als ersten Schritt soll dazu unter dem Titel „Klimaneutrale Universität Graz“ ein Klimaschutzplan erarbeitet werden. Mit der Erstellung dieses Plans wurde Mag. Christian Kozina beauftragt, der das Projekt im Rahmen seiner Dissertation auch wissenschaftlich begleitet.

Erstmals öffentlich bekannt gemacht wurde das Projekt im März 2012 mit der Aktion „Klimaschutz? Ja bitte!“. Sie hob das Bewusstsein für die Zusammenhänge zwischen alltäglichen Entscheidungen und Treibhausgas-Emissionen. Gleichzeitig war sie aber auch Startschuss für die Einbindung der Studierenden und der MitarbeiterInnen der Universität: Seit 05.03.2012 kann jede/r von ihnen sein/ihr CO2-Sparpotenzial berechnen, sich über die Herausforderungen informieren und seine/ihre eigenen Lösungsideen auf der Website einbringen. Aus diesem Prozess heraus hat sich Anfang Mai 2012 auch ein Projektteam bilden, das die vorgeschlagenen Ideen weiterentwickelt und um neue ergänzt.

Wie Sie sich beteiligen können
Der gesamte Klimaschutz-Prozess an der Universität Graz wird partizipativ und konsensorientiert gestaltet. Im Klartext heißt das: Es soll nichts umgesetzt werden, solange schwerwiegende Einwände gegen bestimmte Maßnahmen bestehen. Somit ist dafür gesorgt, dass niemand bei dem gesamten Prozess übergangen wird.

Im Gegenzug wird aber von allen MitarbeiterInnen und Studierenden erwartet, dass sie sich bei Interesse von Anfang an am Prozess beteiligen. Sie können selbst ihre Lösungsideen einbringen, zu jeder anderen angedachten Maßnahme ihre Meinung abgeben oder helfen, die Ideen der anderen durch konstruktive Kommentare zu verbessern (► Lösungen).

Jede/r Studierende und jede/r Mitarbeiter/in ist zudem eingeladen, sich aktiv am Projektteam zu beteiligen und somit bei der Auswahl der Maßnahmen und den monatlichen Team-Treffen dabei zu sein. Wer Interesse daran hat, schickt ein Mail an klimaneutral@uni-graz.at.