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Donnerstag, 02.07.2026

„HeinrichBiCool“: Uni Graz demonstriert mit Vorzeigeprojekt Effekte von Gebäudebegrünung

fünf Säulenbuchen vor einer Fassade mit Fenstern im Erdgeschoß und ersten Stock ©Uni Graz/Angele
©Uni Graz/Angele

Säulenbuchen vor der Fensterfassade des Gebäudes Heinrichstraße 80 schützen vor zu starker Sonneneinstrahlung, um Überhitzung zu vermeiden.

Ein Pionierprojekt hat die Uni Graz am Universitätszentrum Theologie gestartet. Sein Name „HeinrichBiCool“ ist Programm: Eine umfassende Gebäudebegrünung wird das Haus in der Heinrichstraße 80 im Sommer kühlen. Gleichzeitig entsteht damit ein neuer Lebensraum für Pflanzen und Tiere, der zur Erhöhung der Biodiversität beiträgt. Das begleitende Monitoring liefert detaillierte Daten zu den Auswirkungen der Maßnahmen auf Raumklima, Energieverbrauch und Artenvielfalt. Die Erkenntnisse schaffen wissenschaftlich fundierte Grundlagen für weitere Projekte, um Städte zukunftsfähig, klimaresilient und lebenswert zu gestalten. Kooperationspartner in dem von der Forschungsförderungsgesellschaft FFG finanzierten Vorhaben sind AEE INTEC – Institut für Nachhaltige Technologien, Technisches Büro Siegfried Stark, das Landschaftsarchitektur- und Städtebaubüro studio boden sowie Ökoteam Graz.


Säulenbuchen wachsen seit Kurzem vor der Fassade des Gebäudes Heinrichstraße 80. Hinzu kommen Mispel, Holunder, Felsenbirne und andere Sträucher. Wald- und Weinrebe, Geißblatt und Hopfen ranken sich an Gerüsten nach oben. Auf den Balkonen spenden Kübelpflanzen Schatten – mit verschiedensten Beeren zum Naschen. Da und dort finden sich Nisthilfen für Mehlschwalben und Fledermäuse. Am Dach gedeihen Gräser, Blühpflanzen und Kräuter wie Wiesensalbei und Thymian. Dazwischen kleine Steinhäufchen, Sandflächen und leichtes Totholz – Unterschlupf für Wildbienen und viele andere Insekten: Das Projekt „HeinrichBiCool“ macht deutlich, was Begrünung alles leisten kann. 

„Mit der natürlichen Kühlung des Institutsgebäudes der Theologischen Fakultät und den begleitenden Maßnahmen zur Förderung der Biodiversität demonstriert die Uni Graz, wie sich Klimaschutz, Lebensqualität und Artenvielfalt wirkungsvoll miteinander verbinden lassen. ,HeinrichBiCool‘ zeigt beispielhaft, wie Universitäten gemeinsam mit starken Partnern aus Wissenschaft und Praxis innovative Lösungen für gesellschaftliche Herausforderungen entwickeln und direkt vor Ort erproben können“, sagt Peter Riedler, Rektor der Uni Graz, und betont weiters: „Solche Vorzeigeprojekte unterstreichen die wichtige Rolle der Universitäten als Impulsgeberinnen für eine lebenswerte Zukunft. Damit diese Innovationskraft langfristig erhalten bleibt, braucht es verlässliche Rahmenbedingungen und Planungssicherheit.“

„Mit ‚HeinrichBiCool‘ zeigen wir, wie nachhaltige Anpassung an den Klimawandel in Gebäuden und Städten aussehen kann. Entscheidend ist dabei, die Wirkung der Begrünung zu quantifizieren und bewertbar zu machen. Damit leisten wir maßgebliche Basisarbeit für die zukünftige Multiplikation durch viele andere Immobilieneigentümer:innen“, so Christian Fink, Geschäftsführer von AEE – Institut für Nachhaltige Technologien.

In den letzten Jahren hat sich das Gebäude Heinrichstraße 80 bereits ab dem Frühsommer regelmäßig deutlich aufgeheizt. Die zunehmende Zahl an Hitzetagen erforderten eine Maßnahme zur Senkung der Temperaturen im Inneren, um das Wohlbefinden der Institutsmitarbeiter:innen zu sichern. Die Uni Graz hat sich für eine klima- und biodiversitätsfreundliche Lösung entschieden. Dabei erfolgt auch die computergesteuerte Bewässerung der Anlage verbrauchsoptimiert aus einer Zisterne.

Wissenschaftliches Monitoring

Gebäudebegrünung gilt heute als wichtiges Element klimafreundlichen Bauens. Doch Vorher-nachher-Messungen zur Bewertung ihrer tatsächlichen Effekte an realen Objekten fehlen weitgehend. Mit „HeinrichBiCool“ leistet die Uni Graz nun einen wesentlichen Beitrag, um diese Lücke zu füllen. Zentraler Bestandteil des Projekts ist ein umfassendes Monitoring vor und nach der Bepflanzung. Untersuchungen und automatisierte Messungen liefern fundierte wissenschaftliche Daten zur Wirksamkeit der Maßnahmen, sowohl im Hinblick auf Raumklima und Energiebedarf als auch auf Biodiversitätsförderung. Diese ermöglichen eine technische, ökonomische und ökologische Bewertung von Gebäudeklimatisierung durch Begrünung im Vergleich zu aktiven Kühllösungen. Im Austausch mit den Nutzer:innen des Hauses wird im Herbst 2026 auch die persönliche Zufriedenheit mit der Umsetzung der Maßnahme erhoben.

Mehr Informationen zu „HeinrichBiCool“

Haus mit Gerüst, an dem sich Kletterpflanzen ranken ©Uni Graz/Angele
©Uni Graz/Angele
Kübelpflanzen am Balkon ©Uni Graz/Benal
©Uni Graz/Benal
Nisthilfe für Mehlschwalben ©Uni Graz/Benal
©Uni Graz/Benal
Dachbegrünung ©Uni Graz/Benal
©Uni Graz/Benal
Zwei kurze stehende Totholzstämme, dazwischen ein Steinhaufen, drumherum grüne niedrige Pflanzen ©Uni Graz/Benal
©Uni Graz/Benal
Nisthilfe für Fledermäuse ©Uni Graz/Benal
©Uni Graz/Benal
Erstellt von Gudrun Pichler

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