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Freitag, 03.07.2026

Heiß erwischt: Bericht zeigt Rekordverluste bei Gletschern, Permafrost und Schneebedeckung

Die Sonne scheint von blauem Himmel auf schmelzenden Schnee ©Leonid Ikan - stock.adobe.com
©Leonid Ikan - stock.adobe.com

Der aktuellste Bericht über die Kryosphäre in Österreich zeigt, dass Schnee und Eis rasant am Rückzug sind.

Nicht nur im Sommer treibt der Klimawandel die Temperaturen in die Höhe. Auch im Winter wird es immer wärmer – mit dramatischen Auswirkungen für Gletscher, Permafrost, Schneebedeckung und das Zufrieren von Seen. Konkrete Zahlen für Österreich liefert der kürzlich erschienene Kryosphärenbericht. „Unser Monitoring zeigt eine eindeutige Entwicklung mit Rekordverlusten bei Eis und Schnee“, sagt Projektleiter Wolfgang Schöner von der Universität Graz.


Der Begriff Kryosphäre bezeichnet jene Bereiche der Erdoberfläche, in denen Wasser als Schnee oder Eis vorkommt. Der neue Bericht des „Kryosphären Monitoring Österreich“ fasst die Messergebnisse der Jahre 2022/23 und 2023/24 zusammen. „2024 lag die Durchschnittstemperatur in Österreich bei +8,8 °C und damit um +3 °C über dem langjährigen Mittel. Das macht 2024 zum mit Abstand wärmsten Jahr der österreichischen Messgeschichte (Stand 2024). Am Sonnblick wurden 66 frostfreie Tage in Folge registriert, mehr als doppelt so viele wie beim bisherigen Rekord“, so Wolfgang Schöner. Dementsprechend stark waren die Auswirkungen auf die Kryosphäre: Die 13 beobachteten Gletscher verloren im Mittel rund zwei Meter an Mächtigkeit pro Jahr. 2024 liegt in der Spitzengruppe der drei stärksten Verlustjahre seit Beginn der Messungen. Am Kitzsteinhorn taute der Permafrost 2024 lokal bis in eine Tiefe von 4,4 Metern auf, was den höchsten bislang gemessenen Wert darstellt. Am Lunzer See verkürzte sich die Dauer der Eisbedeckung im Winter 2023/24 auf nur noch zwei Tage. Das ist im Vergleich zum langjährigen Mittel eine Abnahme um 97 Prozent. In Langen am Arlberg nahm die Dauer der Winterschneedecke 2023/24 um vier Prozent ab, in Lackenhof am Ötscher um 66 Prozent. „Neuschnee fällt zwar weiterhin, wird durch die gestiegenen Temperaturen aber rasch wieder abgebaut, sodass er nur noch in höheren Lagen länger liegenbleibt“, erklärt der Wissenschaftler. 

Das 2022 gestartete Forschungs- und Kooperationsprojekt „KryoMon.AT – Kryosphären Monitoring Österreich“, koordiniert von der Uni Graz, vereint zahlreiche Forschungsgruppen und Institutionen aus Österreich sowie eine aus Deutschland. Der aktuelle Bericht bündelt Daten zu Schnee, Gletschern, Permafrost und Seeeis österreichweit, ausgewertet nach einheitlichen Standards und verständlich aufbereitet. 

Freien Zugang zu den Ergebnissen bietet auch die neue Website des Kryosphären Monitoring Österreich. Mit Hintergrundinformationen, Kernbotschaften und anschaulichen Visualisierungen macht sie den Wandel der österreichischen Kryosphäre für Fachwelt, Medien und interessierte Öffentlichkeit sichtbar. Laufende Aktualisierungen und weitere Berichte sind geplant.

An dem Projekt „KryoMon.AT“ sind neben der Universität Graz die Universitäten Innsbruck, Salzburg und Krems, die TU Graz, die Österreichische und die Bayerische Akademie der Wissenschaften, GeoSphere Austria, Blue Sky Wetteranalysen, GEORESEARCH, die Biologische Station Neusiedler See, der Österreichische Alpenverein, der Verein Gletscher und Klima, WasserCluster Lunz und die Hydrographie Österreich beteiligt. Finanziert wird es durch das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft.

Erstellt von Gudrun Pichler

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